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Arbeitsgemeinschaft
Unterstützte Selbsthilfe
für Menschen mit Demenz

 

In dieser Rubrik porträtieren wir einige Unterstützte Selbsthilfegruppen von Menschen mit Demenz.

Wenn Sie Ihre eigene Gruppe hier darstellen wollen, schicken Sie uns doch eine E-mail an info@agush.de.

Das Vergessen teilen.
Ein Gesprächskreis für Menschen mit beginnender Demenz in Ulm

Der Gesprächskreis besteht seit April 2011 und ist ein Angebot für Menschen, die – unabhängig vom Lebensalter - am Anfang einer Demenzerkrankung stehen.

Wir bieten Betroffenen die Möglichkeit sich miteinander auszutauschen - eine Chance, sich aktiv mit der veränderten Lebenssituation auseinander zu setzen. In der Gruppe können sie unter fachlicher Anleitung über alles sprechen, was ihnen durch den Kopf geht oder auf dem Herzen liegt. Wir geben ihnen Informationen über die Erkrankung und über Hilfsmöglichkeiten.

Ort: Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm, Raum: Runder Tisch

Anmeldung, bitte telefonisch bei:
Frau Alexandra Werkmann 0731/1538-505
oder
Frau Ulrike Domay-Weil 0731/1538-400

Die Teilnahme ist kostenlos.

Göttingens erste Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz

Im Januar 2011 treffen sich an einem Dienstagvormittag 5 Demenzbetroffene in den Räumlichkeiten des betreuten Wohnens der AWO in Bovenden. Sie hatten sich noch nie zuvor gesehen und hatten auch keine Idee davon, dass es anderen Menschen ebenso ergehen könnte wie ihnen. Schon auf dem Parkplatz dann die ersten überraschenden Begegnungen: "Was? Sie haben auch Demenz?! Also das hätte ich bei Ihnen nun gar nicht vermutet. Sie sehen überhaupt nicht dement aus!" Die Reaktion des anderen: "Ja, Sie ja auch nicht!" Und schon ziehen die beiden Männer gemeinsam weiter in den reservierten Gruppenraum, ins Gespräch vertieft. Die Gruppeninitiatorin geht schmunzelnd hinterher, genau so soll es sein.

Unsere Treffen finden jeden 2. und 4. Freitag im Monat in den Räumlichkeiten der KIBIS statt. Wer sind wir? Wir sind zwei Frauen und drei Männer zwischen 63 und 85 Jahren, das Alter ist aber uninteressant. Uns verbindet, dass wir alle die Diagnose Demenz oder auch "leichte kognitive Störung" haben. In unserer Gruppen sprechen wir sehr offen über unsere Erkrankung und wie sie unser Leben verändert hat. Wir helfen uns gegenseitig, geben uns Tipps und vorallem machen wir uns immer wieder gegeseitig Mut. Schaffen wir alles immer alleine? Niemand von uns hätte von sich aus die Energie und das Wissen gehabt, eine derartige Gruppe ins Leben zu rufen. Daher sind wir sehr froh, dass die Gruppengründung mit den dazugehörigen organisatorischenh Dingen von "unserer" Unterstützerin/Initiatorin übernommen wurde. Sie moderiert auch jetzt immer noch unsere Sitzungen und hilft uns bei allem wofür wir sie brauchen. Sie ist als Fachfrau auch immer unsere Ansprechpartnerin. Entscheidend aber ist: die Themen bestimmen wir!

Was sind die Themen dieser Gesprächsgruppe? Rollenumkehr in der Partnerschaft nach Bekanntwerden der Diagnose, Erleben der aktuellen Situation, Umgang mit Traurigkeit, alltagspraktischer Umgang mit den Gedächtnisstörungen, um nur einige zu nennen. Wird nur geredet? Nein, es wird auch viel gelacht, manchmal auch ein Gedächtnisspiel gemacht. Demnächst wollen wir gemeinsam mit den Angehörigen grillen und außerdem hat uns eine SHG aus NRW zu einer Veranstaltung zu sich eingeladen. Im November halten wir sogar einen Vortrag bei der Freien Altenarbeit. Wie hat sich die Gruppe seit Januar 2011 entwickelt? Mit fünf TeilnehmerInnen war die Gruppe gestartet, dann gab es plötzlich einen sehr großen Zulauf und es waren zehn Personen. Darauf hin wurde die Gruppe geteilt und es gab ein zusätzliches Treffen in Göttingen. Das kam auch dem Bedürfnis der meisten Gruppenmitglieder entgegen, die nämlich aus Göttingen kommen und denen der Weg nach Bovenden doch auf Dauer zu viel wurde. Wie nicht selten in frisch gegründeten Selbsthilfegruppen, so hat es auch bei uns eine Zeit gedauert, bis sich ein fester Kern von Betroffenen herausgebildet hatte, der auf längere Sicht zusammen bleiben möchte. Daher gibt es aktuell nun doch nur eine Gruppe.

Zu sehen, es gibt Gleichbetroffene, die ganz ähnliche Erfahrungen im Alltag machen und denen die gleichen Fragen durch den Kopf gehen, ist eine große psychische Entlastung. Hier in der Gruppe darf man wirklich alles sagen, was einem auf dem Herzen liegt. Hier wird man sofort verstanden, hier darf es auch mal etwas länger dauern bis man das richtige Wort gefunden hat und es verdreht keiner die Augen, wenn man mehrmals hintereinander die gleiche Frage stellt oder den Namen vom Sitznachbarn wieder einmal vergessen hat.

Sind wir offen für neue Mitglieder? Aber sicher doch! Interessierte melden sich bitte in der KIBIS.

Eine Frage ist noch unbeantwortet: wie sehen denn Menschen mit Demenz aus? Der Blick in den Gruppenraum an jenem Morgen im Januar: sie sehen aus "wie du und ich", also ganz normal. Dass sie kognitive Defizite haben, sieht und merkt man ihnen nicht an. Einige sind mit dem Auto gekommen, andere mit dem Bus oder zu Fuß, ein Teilnehmer wurde von seiner Frau hingefahren. Das Bild, das man zum Thema Demenz im Kopf hat, muss man an diesem Vormittag erweitern: wir sind ganz anders als ihr denkt und vor allem: wir können sprechen und uns über unsere Erkrankung austauschen, so wie es auch in anderen Selbsthilfegruppen üblich ist.

Treffen der Gesprächsgruppe für Menschen mit beginnender Demenz – LeMoMo

An jedem letzten Montag im Monat „LeMoMo“ trifft sich die Gesprächsgruppe für Menschen mit beginnender Demenz um 19:30 Uhr. Die Treffen finden im Zevener Quab statt. Die Adresse ist: Auf dem Quabben 14, 27404 Zeven.

Das Gruppenangebot richtet sich an alle Menschen, die mit einer Demenz oder einer Beeinträchtigung des Gedächtnisses leben und sich mit anderen Betroffenen austauschen möchten. In einer gemütlichen Atmosphäre kann über alles gesprochen werden, was jede oder jeden Einzelnen bewegt. Worüber in der Gruppe miteinander gesprochen wird bestimmen die Teilnehmenden. Für den Austausch untereinander bietet die Gruppe einen offenen und zugleich geschützten Raum. So können sich die Teilnehmenden Alles von der Seele reden, Kraft schöpfen, ihre Gedanken sortieren, ihre Erfahrungen austauschen, einfach nur plaudern oder zusammen Spaß haben und lachen.

Begleitende Angehörige können sich zur gleichen Zeit in einem gesonderten Raum ebenfalls untereinander austauschen.

Eine Anmeldung für das Gruppentreffen ist nicht erforderlich. Weitere Informationen können Sie beim Moderator der Gruppe erfahren. Michael Ganß 04285-209354 oder 0152-29527181

ELAN VITAL - unterstützte Selbsthilfegruppe für Menschen mit Demenz  

Im Dezember 2009 wurde in Simmern/Rheinland-Pfalz „Elan Vital“ gegründet, eine unterstützte Selbsthilfegruppe für Menschen in einem frühen Stadium der Demenz.

Um die Unabhängigkeit von institutionellen Interessen sicher zu stellen, wird die Unterstützung der Gruppe ehrenamtlich geleistet. Die Treffen finden jeweils am ersten und dritten Donnerstag des Monats von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr im Gesundheitszentrum Hunsrück in Kastellaun statt. In erster Linie geht es bei den Treffen um Austausch und gegenseitige Stärkung.

Einzelne Mitglieder  setzen sich aber auch für einen offenen Umgang mit der Erkrankung ein und sind in unterschiedlicher Weise in den Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit aktiv.

Beispiele:

· Workshopangebot „Selbsthilfe“ auf der Tagung „Mut zur Lücke“ in Eupen/Belgien am 18.09.2010

· Planung und Mitgestaltung der kreisweiten Veranstaltung „Demenz (be-)trifft“ am 24. September 2011 im Herzog-Johann-Gymnasium, Simmern

· Teilnahme an den Entwicklungsworkshops „unterstützte Selbsthilfe“ in Frankfurt 2011

· Regelmäßige Teilnahme am Unterarbeitskreis „Demenz“ der regionalen Pflegekonferenz des Rhein-Hunsrück-Kreises

· Interview in „demenz DAS MAGAZIN“ (13/2012)    

Ansprechpartnerin ist die Moderatorin der Gruppe: Andrea Kynast Tel.:06762/4094998 oder per Mail: a.kynast@googlemail.com